Einblick in die Pferdesinne - Sehen
Die Sinne des Pferdes sind ein äußerst interessantes Gebiet, das würdig ist beleuchtet zu werden. In diesem Artikel werde ich auf die Pferdesinne insbesondere das Sehen der Pferde genauer eingehen.
Stellen wir uns nur ein Szenario vor: Das Pferd wird nervös, rollt mit den Augen, scheut. Der Reiter, erbost über das Verhalten seines Pferdes bestraft es mit der Gerte und Stimme. Ein Szenario, das man oft im Reitsport sieht. Denn oftmals fehlt den Reitern das Verständnis für ihr Pferd und den Willen etwas über den Vierbeiner zu lernen. Denn, auch wenn viele Reiter es denken, das Pferd tut solche Dinge nicht aus böswilliger Absicht.
Pferde sehen wie in einem Daumenkino gefangen. Während der Mensch 25 Bilder in der Sekunde sieht, sind es bei Pferden nur 18. Ihre Sicht auf die Dinge ist eine hekterische, die auf schnelle Bewegungen und große Gegenstände spezialisiert ist. Denn in freier Wildbahn waren die Pferde darauf angewiesen möglichst schnell Gefahren, wie etwa Raubtiere erkennen und davor fliehen zu können. Sie sind Fluchttiere. Dadurch kann es passieren, dass Pferde vor Gegenständen scheuen, obwohl sie es bereits aus der Ferne gesehen haben.
Die meisten Pferde scheuen auf dem linken Auge, das heißt sie sind anfälliger auf ,, Gruselige Gegenstände" die von links kommen, als die , die von rechts kommen. Das hat eine simple Ursache. Forscher haben herausgefunden, dass Pferde mit dem linken Auge anders arbeiten, als mit dem rechten. Das linke Auge ist der Sensor für Gefahren, es sucht eventuelle Raubtiere und lokalisiert sie. Mit dem rechten Auge suchen sie nach einem Fluchtweg. Das lässt darauf schließen, dass Pferde nicht optimal von rechts auf links schließen können. Hier setzt die Dualaktivierung nach Michael Geitner an. Die gelben und blauen Stoffstangen vermitteln zwischen beiden Augen.
Pferde sehen mit einem Weitwinkel in die Ferne. Sie können weit entfernte Gegenstände deutlich besser erkennen, als nah gelegene. Mit den großen Augen haben sie einen perfekten Rundumblick um sich nähernde Gefahren schnell lokalisieren zu können. Dafür können sie nicht gut in die Tiefe sehen.
Bei Pferden fehlt der Ziliarmuskel, weshalb ihre Augen sehr lange brauchen um sich an Lichtwechsel zu gewöhnen. Durch diesen fehlenden Muskel kann es passieren, dass sich Pferde weigern in einen Hänger zu steigen, der gegen die Sonne steht bzw. sich ein Vielseitigkeitspferd weigert aus der Sonne hinaus einen schattigen Sprung zu nehmen.
Dafür können Pferde bedeutend besser in der Dämmerung sehen, als Menschen.