Das große Reiter-ABC - E und F

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E wie Ekzemer: Wird ein Pferd Ekzemer genannt, heißt das, dass es regelmäßig Ekzeme – juckende Hautausschläge – hat. Dafür kann es unterschiedliche Ursachen geben: Das Pferd kann allergisch auf bestimmte Pflanzen oder Stoffe reagieren, die Haut von Fliegen gereizt werden oder ungewohntes Klima nicht vertragen. Letzteres ist oft bei den Isländern der Fall, die aus der kühlen Insel im Norden nach Europa exportiert wurden und sich an das verhältnismäßig heiße Klima nicht anpassen können. Sie bekommen oft ein sogenanntes Sommerekzem: Wenn es heiß wird, juckt die Haut und sie fangen an sich zu kratzen, an der Mähne und der Schweifrübe fällt das meistens als erstes auf. Damit der Juckreiz gelindert wird, kann man sie mit kühlenden Salben einreiben, scheuern sie sich sehr oft, gibt es eigene Ekzemerdecken, die oft das ganze Pferd einhüllen. Das hilft oft, die Ursache – ob Sonne, Insekten oder Allergene – vom Pferdekörper fern zu halten, hindert die Pferde aber auch daran, sich aufzuscheuern, um Infektionen zu vermeiden.

F wie Fohlengeburt: Eine Fohlengeburt ist für die Menschen meist eine sehr schöne, für Pferde aber durchaus anstrengende Erfahrung. Als Ort für die Geburt sollte man auf die Bedürfnisse der Stute eingehen: Freiheitsliebende Stuten werden das Fohlen auf der Koppel – wenn sie entsprechende Rückzugsmöglichkeiten haben – bevorzugen, um bei Gefahr sofort Fluchtmöglichkeiten zu haben und nicht eingesperrt zu sein. Stuten, die überwiegend im Stall gehalten werden, ziehen eher eine ausreichend breite Box vor, was für den Züchter gewisse Vorteile zur Kontrolle von Stute und Fohlen hat. Geeignet sind dafür Stallkameras, so dass die Stute ungestört ist, Komplikationen aber dennoch rechtzeitig bemerkt werden, denn manche Stuten fohlen nur ungern im Beisein von Menschen. Besonders ältere, unerfahrene Stuten zögern diese jedoch sogar so lange hinaus, bis ‚ihr’ Mensch anwesend ist.
Nach der Geburt ist es wichtig, dass das Fohlen möglichst bald aufsteht und trinkt, denn die erste Muttermilch ist wertvolle Kolostralmilch, die viele Nährstoffe enthält und für das Neugeborene überlebensnotwenig ist. Gelingt dies dem Fohlen nicht, kann man versuchen die Stute zu melken und dem Fohlen die Milch über die Flasche einzuflössen. Die Kolostralmilch regt auch die Verdauung an und unterstützt die Ausscheidung des Darmpechs. Bei der Stute ist darauf zu achten, dass auch die Nachgeburt ausgestoßen wird. Die ersten Stunden nach der Geburt sind sehr prägend für das Fohlen. Daraus entstand die Idee des Imprinting, bei der das Fohlen am Aufstehen gehindert wird und gegen seinen Instinkt am ganzen Körper berührt wird, damit das Fohlen menschliche Berührungen von Anfang an akzeptiert. Keine schöne Erfahrung für das Fohlen, das aus dem gemütlich warmen, weichen Mutterbauch auf verhältnismäßig hartem Boden liegt, umgeben von kalter Luft, ein seltsames Durstgefühl verspürt und seinen Instinkten zufolge aufstehen und trinken sollte. Neben gesundheitlichen Folgen, wenn das Fohlen so am Trinken oder dem Ausscheiden des Darmpechs gehindert wird, ist unklar, ob das Pferd die Berührungen zwar akzeptiert, aber mit einem unangenehmen Gefühl verbindet. Unverzichtbar jedoch ist die erste Impfung am ersten oder zweiten Tag nach der Geburt gegen Fohlenlähme, die jedes Pferde- oder Eselfohlen bekommen sollte.

 

Ein Bericht von Nanni

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Veröffentlicht in Reitsport

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