Das große Reiter-ABC - A und B
Das große Reiter-ABC
A wie Außengalopp: Der Außengalopp ist eine fortgeschrittene Dressurübung, einigen Pferden fällt
sie leicht, andere haben damit so ihre Probleme. In den Aufgaben der FENA erst ab Klasse M/S
nach Handwechseln oder in Galoppwechselübungen gefragt, beim Westernreiten spielt er keine
große Rolle und ist auch in Kuharbeitsdisziplinen und Reining kaum verlangt, dabei ist der
Außengalopp eine sehr gute Schulung für die Balance eines Pferdes und die Voraussetzung für
fliegende Galoppwechsel (nach FENA ab Klasse M, Reining, Barrel Race, Kuharbeit). Anfangs
lernt jedes Pferd im Innengalopp anzugaloppieren, das heißt, dass innere Bein schwingt weiter vor
(hinten und vorne). Das Pferd läuft dabei in der Innenstellung, was ihm in einem begrenzten
Viereck meist leichter fällt und außerdem vertrauter ist. Im Außengalopp schwingt jeweils das
äußere Beinpaar weiter vor, das Pferd benötigt also eine Außenstellung, was auf gebogenen
Kreislinien oder in den Ecken ziemlich schwierig für die Balance werden kann. Hier haben die
kleinen, wendigen Ponys oft einen Vorteil!
B wie Beschlag/Barhuf: Unter Beschlag versteht man die Hufe durch Hufeisen zu schützen. Von
einem staatlich geprüften Hufschmied wird das Hufeisen an den Pferdehuf angepasst und
aufgenagelt, man unterschiedet dabei zwei Arten:
Beim Kaltbeschlag wird aus verschiedenen Größen ein passendes Hufeisen ausgesucht und
anschließend an den Huf angelegt und aufgenagelt. Das Pferd hat bei der Behandlung keine
Schmerzen, da der Pferdehuf ähnlich wie die menschlichen Fingernägel aus Horn sind und somit
nur starker Druck bis ins Hufinnere gespürt wird, Hufnägel jedoch nur im Hufrand vernagelt
werden
Beim Heißbeschlag wird ein Eisen erhitzt und anschließend kurz auf den Huf aufgedrückt. Dadurch
sieht der Schmied die genaue Passform und kann die Form des Eisens noch korrigieren, außerdem
sieht er durch das Aufdrücken des heißen Eisens wo das Eisen auf dem Tragrand aufliegt und wo
nicht. Optimal sollte das Eisen überall gleichmäßig auflegen, ist dies nicht der Fall, kann der
Schmied nochmal raspeln oder feilen. Die heißen Eisen werden erst ins kalte Wasser gelegt und
nach dem Ankühlen aufgenagelt. Sie haben den Vorteil, dass die Eisen sehr gut passen. Auch dabei
hat das Pferd keine Schmerzen, allerdings zischt das Aufdrücken, es stinkt und raucht, während das
Pferd stillhalten muss.
Barhuf: Auch Pferde die keine Hufeisen haben, brauchen den Hufschmied – etwa alle sechs bis acht
Wochen. In der Wildnis gingen Pferde täglich viele Kilometer, wobei sich das Horn abreibt. Damit
der Huf etwa gleich groß bleibt, wächst er nach (wie schnell, ist auch von Pferd zu Pferd und nach
Haltung unterschiedlich). Da die Pferdehufe heute nur noch wenig abgenutzt werden, muss der
Hufschmied das Horn, das zwar nachgewachsen, aber nicht abgenutzt ist, wegzwicken oder -
schneiden. Auch innen wird der Huf ‚ausgeschnitten’. Dabei hat das Pferd üblicherweise keine
Schmerzen, ausgeschnitten müssen übrigens alle Pferde werden, auch jene mit Beschlag.
Hufbeschlag hat den Nachteil, dass der Huf über längere Zeit hin abstirbt, da ein Pferd mit Eisen
kaum etwas spürt. Das Positive ist, dass Pferde mit empfindlichen Hufen dadurch keine Schmerzen
beim Gehen über Steine haben und das Hufwachstum verlangsamt wird, der Schmied muss nur
etwa alle acht Wochen kommen. Manche Pferde haben eine schlechte Hornqualität, der Huf nützt
sich zu schnell ab. Das kann sehr gefährlich werden, so dass Eisen nötig sind, andererseits kann
Barhuf gehen den Hornzustand wesentlich verbessern. Für Pferde, die selten über steinige Wege
gehen und/oder keine Schmerzen (hin und her zappeln, Wegstellen ausweichen) zeigen, ist es aber
sicher die angenehmere Lösung, ohne Hufeisen auszukommen – stell dir vor, du müsstest Tag und
Nacht in harten Schuhen herumlaufen!
Ein Bericht von Nanni