Sommer, Sonne, Sonnenschein - Hund & Hitze
Der Sommer ist da, die Sonne scheint, es ist warm und man entspannt sich im
Freibad, auf einer Wiese oder legt sich daheim in den Garten und genießt die
hochsommerlichen Temperaturen und die Sonnenstrahlen.
Doch was ist mit unseren Hunden?
Wärmeregulierung
Wir Menschen haben gegenüber unseren Hunden den Vorteil, dass wir am ganzen
Körper verteilt Schweißdrüsen sitzen haben. So kann sich unser Körper an jeder Stelle
selbstständig abkühlen. Hunde können dies nicht. Der menschliche Körper besitzt
zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen über die ganze Haut verteilt. Der Hund besitze
gerade mal ein Bruchteil davon und dann auch nur an den Pfoten; im
Zwischenzehenbereich und direkt an den Pfotenballen. Dies würde nicht ausreichen,
den Körper entsprechend herunter zu kühlen.
Doch Hunde besitzen die Eigenschaft der Wärmeregulierung durch das Hecheln mit
ihrer Zunge. Dabei atmet der Hund durch die Nase ein und über das geöffnete Maul
und die heraushängende Zunge stoßweise wieder aus. Hierbei steigt die Atemfrequenz
auf 130 bis 300 Atemzüge in der Minute, bei normaler Umgebungstemperatur liegt
die Frequenz gerade mal bei 40 Zügen pro Minute.
Durch das Hecheln verdunstet der Speichel über die Schleimhäute. Dies entzieht dem
Hund sehr viel Flüssigkeit. Wenn der Hund keine Möglichkeit hat, dies durch frisches
Wasser wieder auszugleichen, entzieht der Organismus Wasser aus anderen
Körperflüssigkeiten. Dies hat zu Folge, dass das Blut eindickt, Sauerstoff nicht mehr
genügend zum Gehirn transportiert werden kann und zum Schock führt, der, sofern
tierärztlich nicht behandelt, Organversagen und Herzstillstand verursacht.
Hitzschlag
Die größte Gefahr im Sommer besteht für Hunde, wenn ihre Halter sie im Auto
zurücklässt. Das Auto kann zu einem regelrechten Backofen werden und eine
unglaubliche Innentemperatur entwickeln, bei einer Außentemperatur von gerade
einmal 20°C zum Beispiel schon bis zu 50°C Autoinnentemperatur. Dies wird jedes
Jahr immer wieder von so manchen Haltern unterschätz und endet nicht selten in einer
tödlichen Falle für den Hund.
Die Symptome für einen Hitzschlag beim Hund sind extrem starkes Hecheln,
Atemnot, Unruhe und Desorientierung. Desweiteren können Koordinationsprobleme
und Bewusstseinsstörungen auftreten.
Nun ist es ganz besonders wichtig, den Hund aus der Wärme zu bringen. Das Fell
sollte nass gemacht werden oder mit kühlen Kompressen und Tüchern bedeckt
werden. Dem Hund sollte Wasser angeboten werden. Allerdings sollte es nie
gewaltsam eingeflößt werden und schon gar nicht, wenn der Hund nicht bei
Bewusstsein ist. Auch sollte bei Bewusstlosigkeit darauf geachtet werden, dass der
Hund nicht an seiner Zunge oder Erbrochenem erstickt. Der Hund sollte hierzu am
besten auf der Seite gelagert werden. Der Kopf wird hierzu hintenüber gestreckt,
sowie die Zunge hervorgezogen. Danach schnell zum Tierarzt.
Vorbeugung
Natürlich sollte man es gar nicht erst bis zum Hitzschlag kommen lassen. Mit ein
bisschen Rücksicht auf die warmen Temperaturen, stellt das alles kein Problem da.
Man sollte keine Spaziergänge in der prallen Mittags- und Nachmittagssonne machen.
Dafür bietet sich her der frühe Morgen oder der späte Abend an. Auch eventuelle
Tierarztbesuche sollten am besten in diesem Zeitraum passieren, da für die meisten
Hunde solche Besuche ein extremer Stressfaktor darstellt. Selbstverständlich sollte
der Hund stets freien Zugang zu frischem Trinkwasser haben. Auch sollte bei solch
heißen Temperaturen darauf geachtet werden, dass das Futter nicht zu lange in der
Wärme steht, da es schneller verderben kann, zumal einige Hunde bei heißem Wetter
meistens auch gar nicht einen großen Appetit an den Tag legen. Außerdem sollte dem
Hund auf Spaziergängen gewährt werden, in Seen oder Flüssen schwimmen zu gehen,
um sich abzukühlen.
Für Hunde mit viel und dickem Fell ist es auch eine Wohltat, wenn man sie scheren
lässt. Allerdings sollte hier darauf geachtet werden, dass das Fell nicht zu kurz
geschnitten wird, da sonst die Gefahr eines Sonnenbrands besteht. Auch Hunde mit
heller Nase können sich sie leicht verbrennen. Hier hilft etwas Sonnencreme.
Wenn man ein paar Punkte einhält, dann kann der Hund das sommerliche Wetter
einigermaßen gut aushalten, auch wenn die absolute pudelwohlfühl Temperatur bei
ungefähr 20 Grad liegt.
Ein Bericht von Simone